Die evangelisch-lutherische Friedenskirche zu Aue-Zelle



Adresse:                          Ev.-luth. Gemeinde Aue-Zelle
                                         Pfarrstraße 11
                                         08280 Aue

Ansprechpartner:             Pfarrer Strobelt
Telefon:                           0 37 71 / 55 11 95
Fax:                                   0 37 71 / 55 13 14
E-Mail:                             kg.aue_zelle@evlks.de
Internet:                          www.aue-zelle.de

Öffnungszeiten:               Pfarramt mit Friedhofsverwaltung (Klösterlein):
                                         Montag            9.00 Uhr - 11.00 Uhr
                                         Dienstag           9.00 Uhr - 11.00 Uhr
                                         Donnerstag     14.00 Uhr - 18.00 Uhr



Gottesdienstzeiten:

sonntags 9.30 Uhr in der Friedenskirche



Glaubensrichtung:

Die Evangelisch-Lutherische Kirche ist aus der Erneuerung der Kirchen im 16. Jahrhundert hervorgegangen. Seitdem ist auch die sächsische Landeskirche von der römischen Kirchenleitung juristisch unabhängig. Gemeinsam mit ihr bekennt sie sich aber zur Tradition der Apostel und zu den Glaubensaussagen der 7 ökumenischen Konzilien des ersten Jahrtausends. Das Augsburger Bekenntnis von 1530, das die Gemeinsamkeiten im Glauben mit der römischen Kirche betont, gehört zu den Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Diese sieht sich als ein regionaler Teil der Weltkirche. Die lutherische Prägung kommt in der besonderen Wertschätzung des Abendmahls zum Ausdruck und in dem Bemühen, jedem Christen die Bibel nahezubringen und ein gewisses Maß an Glaubenswissen zu vermitteln. Besonderer Bedeutung kommt in der sächsischen Landeskirche zudem die Kirchenmusik zu.



Erläuterungen zur Friedenskirche:

Bauzeit:                 1912 - 1914

Kirchweihe:           Sonntag Lätare, 22.03.1914 (3. Sonntag vor Ostern)

Auftraggeber:          Kirchenvorstand der damaligen ev.-luth. Kirchgemeinde
                             Klösterlein-Zelle

Baustil:                   Neobarock
                              prägende Kunstrichtung: Jugendstil

Höhe:                    außen bis zum Kreuz: 50 Meter
                             innen bis zur Kuppeldecke: 15 Meter

Sitzplätze:              850

Architekten:            Bauräte Schilling und Gräbner (Dresden)

Baukosten:              270.000 Goldmark, davon:
                             180.000 Goldmark für den Rohbau
                             90.000 Goldmark für Kunst und Einrichtung

Finanzierung:          Kredit (225.000 Goldmark)
                             Spenden und Sponsoren (35.000 Goldmark)
                             Stadt Aue (10.000 Goldmark für die Glocken)

Besonderheiten:

Zentralbau: Aufgrund der ungewöhnlichen an dicken Stahldrähten aufgehangenen Kuppelkonstruktion muß die große Decke nicht durch Säulen getragen werden.

Altargestaltung: Der mit weißem Marmor verblendete Altar ist die wichtigste Einrichtung dieser Kirche. Das Kreuz, das sich darüber erhebt, hat ähnliche Ausmaße wie das Kreuz auf dem Kirchturm. Die Kandelaber rechts und links des Kreuzes symbolisieren den brennenden Dornbusch, der Mose seinerzeit die unmittelbare Nähe des allmächtigen Gottes signalisierte. Da am Altar das Heilige Abendmahl gefeiert wird, ist hier eine Schnittstelle zwischen Himmel und Erde, ein heiliger Raum, dem man sich nur mit großer Ehrfurcht nähern sollte. Die weiße Marmormauer neben den Stufen zum Altar und die schwarze Marmormauer um den Altarraum signalisieren dies zusätzlich. Über den Kandelabern finden die Dornen des „brennenden Dornbusches” ihre Fortsetzung in der symbolisch dargestellten Dornenkrone. In Anlehnung an die echte Form der Dornenkrone Jesu (Kappe) ranken sich die Dornen um die Stelle, an der das Haupt Jesu am Kreuz hing.

Ölgemälde: In einer Synthese zwischen ostkirchlicher und westkirchlicher Personendarstellung finden sich hier 8 Bilder, in der Mitte vier Vertreter des Neuen Testaments, an den Seiten je ein Vertreter des Alten Testaments sowie je ein Vertreter der Reformationszeit. Die Figuren halten bzw. tragen Symbole, die sie kennzeichnen. Außerdem sind sie durch einen Schriftzug um den Kopf erklärt. Es sind von links nach rechts: Martin Luther (Bibelübersetzung), Mose (Gesetzestafeln), Matthäus (1. Evangelist), Petrus (Schlüssel als Symbol für das Amt der Beichte), Johannes (4. Evangelist, Stola und Kelch als Symbol fü,r den Priester und Theologen), Paulus (Schwert als Hinweis auf die Art seines Martyriums), Jesaja (Schriftrolle als Zeichen für sein Prophetenamt) und Melanchthon (Kirchenlehrer).

Deckenstuck: Das Dreieck ist Symbol für das Auge Gottes und die Dreifaltigkeit von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist. Ähren und Wein stehen für das Heilige Abendmahl, das hier gefeiert wird.

Taufstein: Unter dem Deckel befindet sich eine Schale, über der die Taufen durch übergießen stattfinden.

Figur über dem Taufstein an der Wand: Darstellung des 12jährigen Jesus im Tempel. Obwohl in diesem Alter noch nicht religionsmündig wurde Jesus als theologischer Gesprächspartner von einer Gruppe von Priestern und Theologen des Tempels akzeptiert.

Kanzel: Mosaikarbeiten unter Verwendung von Halbedelsteinen. Dafür standen byzantinische Vorlagen Pate. Als Symbole finden sich: Kreuz, Weintraube, Kelch, Leuchter, Taube, Dornenkrone, Kornähren und Anker (Zeichen der Hoffnung). Wie auch vor dem Altar hängt an der Kanzel ein gestaltetes Tuch in der jeweiligen Farbe des Sonntages: weiß zu Weihnachten, Epiphanias, Ostern und Trinitatis (steht für Christus), violett in Advents- und Passionszeit sowie am Bußtag (steht für Buße und Vorbereitung), rot zu Pfingsten, am Reformationstag, an Aposteltagen, Kirchweihe, Ordination u.ä. (steht für den Heiligen Geist und die Kirche, ihre Apostel und Märtyrer) oder grün (steht für das geistliche und irdische Wachstum, das Gott uns schenkt).

Pieta: Im Gedenken an die 172 Gefallenen der Kirchgemeinde im 1. Weltkrieg wurden die ausschwenkbaren Schrifttafeln hinter den Bronzetüren eingebaut und mit der „Schmerzensmutter” gestaltet. Maria trauert um ihren toten, vom Kreuz abgenommenen Sohn.

Fenster: Sie stellen die Kreuzigung und die Trauer auf der einen Seite und die Auferstehung und das neue Leben auf der anderen Seite dar. Die Entwürfe stammen vom Dresdner Maler Carl Schulz.

Leuchter: Wie auch die Kandelaber sind sie beeindruckende Gürtlerarbeiten der Firma Wellner aus Aue (Besteckfabrik). Sie verraten einen asiatischen Einschlag.

Orgel: Pneumatisches zweimanualiges Werk mit 32 Registern und 2116 Pfeifen aus der Werkstatt der Fa. Jemlich (Dresden). Die Orgelfiguren und hölzernen Verzierungen des Orgelprospekts sind eine Schöpfung des Dresdner Bildhauers Viehweg. Mit ihrem Schwellwerk ist sie auch geeignet für romantische Orgelliteratur.

Glocken: Es handelt sich dabei um das bedeutendste Geläut der weiteren Umgebung, welches 1913 vom „Bochumer Verein” aus Stahl gegossen wurde.
Die kleine Glocke mit der Aufschrift: „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit!” ruft früh, mittags und abends zum Gebet. Sie wiegt bei einem Durchmesser von 1,45 Metern 42 Zentner und hat die Stimmung Gis.
Die mittlere Glocke mit der Stimmung H wiegt bei einem Durchmesser von 1,77 Metern 65 Zentner. Sie trägt die Aufschrift: „Jesus nimmt die Sünder an!”.
Die große Glocke hat ein Gewicht von 102 Zentner bei einem Durchmesser von 2,10 Metern. Sie hat die Stimmung D und trägt die Aufschrift: „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr” sowie das Auer Stadtwappen auf der anderen Seite.

Uhr: Besitzt das größte Uhrwerk der weiteren Umgebung und wurde von der Firma C.F. Weule aus Bockenem gebaut.

Turmhaube: Wurde im Jahr 2002 mit 0,8 Millimeter starkem Kupferblech von den Firmen Polusik und Seltmann neu eingedeckt.

Reliefs an der Kirche: Am Nordwesteingang ist Christus als guter Hirte dargestellt und am Südosteingang Christus als Sämann. Außerdem sind die Symbole der vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) über den Außenpfeilern zwischen den Fenstern angebracht.

Kopie des Putzritzgemäldes aus dem Klösterlein: Im Eingangsraum des Südosteingangs hängt die originalgetreue Kopie des ältesten Kunstwerkes Sachsens dieser Größe, welches an der Ostgiebelwand im Klösterlein hing und sich zur Zeit im Kloster Altzella befindet.

Klösterlein:

Eine Beschreibung zum Klösterlein findet Sie unter www.kloesterlein-friedhof.de. Eine Kurzfassung muss hier noch nachgereicht werden.



Geschichte:

Auf dem Reichstag zu Goslar im Jahre 1173 wurde von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) die Stiftung des Klösterleins besiegelt. Am Zusammenfluß von Mulde und Schwarzwasser etablierte sich eine Klostersiedlung. Fünfzig Jahre lang war das 1220 erweiterte Klösterlein das geistliche Zentrum des gesamten Westerzgebirges und betreute die Siedler des Erzgebirges vom Erzgebirgskamm bis nach Elterlein. Die Kirche St. Peter und Paul in Beierfeld ist z. B. eine Tochterkirche des Klosters, die nach dem Vorbild des Klösterleins errichtet wurde. Der Durchzug einer großen Horde von Räubern in den Wirren der Reformation 1525 setzte dem Klosterleben ein Ende. Die Priestermönche wurden vertrieben. Das Kloster konnte mangels Besitz zwar nicht beraubt werden, wurde aber aus Frust über den entgangenen Raub schwer beschädigt. 1527 wurde im Zuge der Neuordnung des kirchlichen Lebens durch den Kurfürsten die Pfarrstelle Oberschlema geschaffen und die Gemeinde Zelle dieser Pfarrstelle zugeordnet. Das Kloster mit seinem kleinen Grundbesitz wurde vom Kurfürsten dem Naumburger Mutterkloster abgekauft und einem Vasallen zum Lehen gegeben. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung rasch an. Industrieansiedlungen mit Weltruf beschleunigten diesen Prozeß. 1879 wurde die damalige Kirchgemeinde „Klösterlein-Zelle” selbständig und bekam einen eigenen Pfarrer. Weil das Klösterlein für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war, wurde im neuen Zentrum der neuen Besiedlung auf dem Zeller Berg die moderne Friedenskirche gebaut, die 1914 geweiht werden konnte. Der geplante Bau eines Gemeindezentrums mit Wohnungen für die kirchlichen Mitarbeiter konnte aber wegen des 1. Weltkrieges und seiner wirtschaftlichen Folgen nicht realisiert werden. Somit ist es beim provisorischen Pfarrhaus von 1879 in der Pfarrstraße 11 geblieben. Durch die Vereinigung der Kommunen Aue und Zelle zu einer großen Stadt im Jahre 1897 ist Zelle zu einem Stadtteil von Aue geworden. Deshalb trägt die Gemeinde heute auch den Namen „Aue-Zelle”.



Angebote / kirchliches Leben:


Angebote für Kinder:

Christenlehre in 5 Gruppen (1. bis 6. Klasse getrennt) in der Kirche

Vorkurrende (siehe Kirchenbote)

Kurrende (siehe Kirchenbote)

Flötenkreise (siehe Kirchenbote)

Angebote für Jugendliche:

Konfirmandenunterricht 7. und 8. Klasse dienstags 15.45 - 16.45 Uhr im Pfarrsaal

Junge Gemeinde wöchentlich mittwochs 18.30 Uhr

Weitere Angebote:

Gebetskreis wöchentlich montags 16.00 Uhr im Pfarrsaal

Seniorenkreis 50 Plus monatlich im Pfarrsaal

Kirchenchor wöchentlich donnerstags 19.30 Uhr (siehe Kirchenbote)

Posaunenchor freitags 18.00 Uhr in der Friedenskirche



Verantwortliche Mitarbeiter:

Pfarrer:                               Rolf Strobelt
Kantor:                                Gottfried Kaufmann
Gemeindepädagogin:            Ingrid Fischer
Friedhofsverwalter:              Andreas Schumann